Unterfußdüngung mit Kalkstickstoff mindert Drahtwurmschäden im MaisAufgrund der fehlenden Maisbeizen gegen den Drahtwurm wird derzeit in der Landwirtschaft intensiv über das Für und Wider einer Unterfußdüngung mit Kalkstickstoff diskutiert. Die AlzChem Trostberg GmbH weist darauf hin, dass in Bayern bereits vor über 10 Jahren amtliche Versuche hierzu durchgeführt wurden.
Dabei zeigte sich, dass eine Unterfuß-Düngung mit Kalkstickstoff die Drahtwurmschäden im Mais deutlich verringern kann. Da aber in der Folgezeit Beizen auf dem Markt waren, die relativ hohe Wirkungsgrade aufwiesen, wurde die Unterfuß-Düngung in den Versuchen nicht weiter verfolgt. In der Praxis blieb diese Kalkstickstoff- Anwendung aber präsent und wurde seither auf vielen Betrieben regelmäßig genutzt. Nachdem im letzten Jahr keine Maisbeize mehr gegen den Drahtwurm zugelassen war, griffen wesentlich mehr Landwirte auf die vorliegenden Erfahrungen zurück. Auf mehreren Tausend Hektar hat allein in Bayern der Mais letztes Jahr eine Unterfuß-Düngung mit Kalkstickstoff erhalten. Die allermeisten Anwender waren mit der Wirkung des Kalkstickstoffs zufrieden. Erwartungsgemäß reicht aber bei einem Wirkungsgrad von etwa 50% der Kalkstickstoff allein nicht aus, um auf Flächen mit sehr starkem Drahtwurmbesatz den Mais ausreichend zu schützen. Unter diesem Aspekt ist auch ein Versuchsergebnis aus Niedersachsen zu interpretieren, welches in jüngster Zeit häufig gegen den Kalkstickstoff ins Feld geführt wird. Dabei muss man aber wissen, dass auf dem Versuchsstandort ein extremer Besatz von rund 50 bis 60 Drahtwürmern je Quadratmeter herrschte, so dass ein zuvor eingesäter Sommerweizen bereits komplett geschädigt worden war. Zur Erinnerung: Die Schadschwelle liegt bei zwei Drahtwürmern je Quadratmeter! Und durch die „Anfütterung“ mit dem Sommergetreide tummelten sich die Drahtwürmer schon massenhaft in der obersten Bodenschicht, ehe der Mais überhaupt ausgesät war. Die Unterfußdüngung, welche aufgrund ihrer Platzierung die üblicherweise von unten kommenden Drahtwürmer abwehrt, konnte in diesem Fall gar keinen Erfolg mehr haben. Daher sollte man diesen Versuch nicht überbewerten und die Kalkstickstoff-Unterfußdüngung als Maßnahme auch weiterhin in Betracht ziehen, zumal die Landwirte kaum Alternativen haben. Auch im Weser-Ems-Gebiet wurden im letzten Frühjahr mehrere Hundert Hektar Mais mit einer Kalkstickstoff-Unterfußdüngung ausgesät. Ähnlich wie in Bayern waren auch hier die Erfahrungen ganz überwiegend positiv. Da auch die derzeit einzige zugelassene insektizide Beize (Mesurol) nur eine Teilwirkung gegen den Drahtwurm aufweist, empfiehlt sich auf Standorten mit hohem Drahtwurmbesatz, beide Maßnahmen nach Möglichkeit zu kombinieren. Aufgrund ihrer unterschiedlichen Wirkungsweise ist davon auszugehen, dass sich die Teilwirkung der Mesurol-Beizung und die Nebenwirkung der Kalkstickstoff-Unterfußdüngung aufsummieren. Mit dieser Kombination wird unter den derzeitig geltenden Regelungen der bestmögliche Schutz der Maisaussaat erreicht.
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